Das Stadttaubenprojekt in Hannover

Tauben

Für friedliche Nachbarschaft:  das Stadttaubenprojekt in Hannover -Eingrenzung der Stadttauben-Population in Hannover-                                                                          

Ein großes und unübersehbares Tierschutzproblem in allen größeren Städten sind die sog. Stadttauben. Hier sind die Kommunen gefordert, es tierschutzgerecht zu lösen. Bürger, Geschäftsleute, Politiker wünschen sich eine saubere Stadt. Dafür gibt es nur einen Ansatz: das Taubenschlag-Konzept.


Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Stadtdialog " meinHannover2030" möchte sich der AK Tierschutz der SPD im Bezirk Hannover mit einem nachhaltigen, umweltfreundlichen Projekt beteiligen; und zwar stellen wir den ANTRAG auf betreute Taubenschläge, um die Taubenpopulation in Hannover tierschutzgerecht zu regulieren - so wie es schon viele deutsche Städte mit Erfolg praktizieren, z.B. Augsburg, Aachen, Bonn, Erlangen, Düsseldorf.
Der Antrag tangiert alle fünf im Stadtdialog aufgeführten Handlungsfelder, ist vorrangig im Umweltsektor angesiedelt.


Stadttauben sind verwilderte Nachfahren von Haustauben. Diese stammen von der Felsentaube (Columbia livia livia) ab. Zerklüftete Felsenküsten und Höhlen bilden den ursprünglichen Lebensraum der Felsentauben, in denen sie in großen Schwärmen lebten. Nach der Domestikation bildeten Mensch und Taube eine Gemeinschaft, die bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unverändert blieb. Erst danach begann sich das Problem mit der Vermehrung der Stadttaubenbestände zu entwickeln.

 

Das Konzept zur Eindämmung von Stadttaubenpopulationen wurde in den 90er Jahren vom 'Bundesverband Menschen für Tierrechte' entwickelt. Es beruht auf Bindung der Tauben an Schläge, kontrollierte artgemäße Fütterung sowie 'Geburten'kontrolle durch Austausch der Gelege mit Ei-Attrappen, regelmäßige Reinigung sowie Behandlung von Zeit zu Zeit gegen Parasiten. Haben die Tauben die Schläge besiedelt und nisten dort, reduzieren sich die Verschmutzungen durch Taubenkot in den Städten sowie die Anzahl der Tauben drastisch.


Der AK Tierschutz wirbt für ein nachhaltiges Taubenmanagement. Die Standortsuche für Taubenschläge sollte zusammen mit dem AK Tierschutz und dem Tierschutzverein Hannover-Krähenwinkel erfolgen, zumal es hier bereits positive Erfahrungen mit dem einzigen Taubenschlag in Hannover-Linden gibt.

Zur Problematik rund um die Stadttauben trägt die seit Jahrzehnten zunehmende Außengastronomie bei. Daher ist die Stadt aufgefordert umzudenken. Fütterungsverbote und Vergrämen sind kein nachhaltiges Konzept, außerdem tierschutzwidrig; sie verlagern das Problem in andere Bereiche und lösen es nicht. Was kurzfristig ein Erfolg scheint, ist langfristig genau das Gegenteil.


Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat bereits 1998 eine 'Loseblattsammlung zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation' herausgegeben. Die Fachleute plädierten schon damals für kontrollierte Taubenschläge. Im Jahre 2000 hatte der damalige Dezernent für Recht und Ordnung und heutige Ministerpräsident Weil Mittel für Taubenschläge in Aussicht gestellt. Bisher wurde nur der Taubenschlag in Hannover-Linden verwirklicht.

Die Qualitätskriterien des Stadtdialogs zur Umsetzung des Taubenschlagkonzeptes sind hiermit erfüllt.  Das Konzept gilt als 'Mittel der Wahl' und die Umsetzung durch die Kommunen als eine notwendige Folge aus dem Staatsziel Tierschutz

 

Weitere Einzelheiten sind bereits im Antrag des AK Tierschutz vom 23. Mai 2012  an die SPD-Ratsfraktion dargelegt, der in der Geschäftsstelle Odeonstraße eingereicht wurde.


Beim Deutschen Tierschutzbund, Berater zu Tierthemen in der Bundespolitik, können die 'Leitlinien des Deutschen Tierschutzbundes zur tierschutzgerechten Bestandsregulierung bei Stadttauben' angefordert werden, ebenfalls die Broschüre 'Stadttaube und Mensch', Tel. 0228-60496-0, www.tierschutzbund.de

Zudem hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte 2010 einen 22minütigen Dokumentarfilm produzieren lassen, in dem exemplarisch Vertreter aus drei Kommunen zu Wort kommen. Er kann als DVD bezogen werden oder online unter www.stadttauben.de angesehen werden.
 
Für weitere Informationen steht der AK Tierschutz gern zur Verfügung: ag-ak.hannover@spd.de


Wir wünschen uns ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Tier auch in Hannover und bitten um Realisierung dieses einzig gangbaren Weges eines respektvollen Umgangs mit den Tauben, die weltweit immer noch das Symbol des Friedens darstellen.